Beratung und Therapie für Männer

Das Thema der sexualisierten Gewalt an Jungen und Männern wird im gesellschaftlichen Bewusstsein noch immer tabuisiert. Die Ursachen für diese Sprachlosigkeit sind einerseits in der grundsätzlichen Unsicherheit dem Thema gegenüber zu sehen. Andererseits bieten Erziehung und Entwicklungsmöglichkeiten von Jungen im späteren Erwachsenenalter noch immer wenig Raum, Gefühle von Angst, Trauer, Hilflosigkeit und Ohnmacht annehmen und zeigen zu können.
Auch wenn Männer unter ähnlichen Folgeerscheinungen wie die betroffenen Frauen leiden (z.B. unter Schuldgefühlen, Ängsten und körperlichen Beschwerden), ist es für sie mit ihrem männlichen Rollenverständnis kaum vereinbar, Opfer sexualisierter Gewalt geworden zu sein.
Und dennoch stellen Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und andere Formen sexualisierter Gewalt ebenso für Jungen und Männer einen tiefgreifenden Einschnitt in ihrem Leben dar.

Sie befürchten oftmals, beim Eingeständnis ihrer Erfahrungen und Probleme nicht mehr als "richtiger Mann" zu gelten und kommen nur schwer mit den Empfindungen von Schwäche und Scham zurecht. Dies führt dazu, dass viele der sexuell missbrauchten Jungen und Männer nicht die entsprechende Unterstützung suchen bzw. erhalten und statt dessen mit ihrem Leiden allein bleiben.
Andere Männer versuchen, die Erfahrung von Missbrauch durch Härte und Aggressivität zu überdecken. Manche von ihnen werden als Folge von Missbrauchserfahrungen selbst zum Täter und versuchen dadurch, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schmerz zu vermeiden.

Neben Beratung und Therapie für betroffene Jungen und Männer ist darüber hinaus gesamtgesellschaftlich die langfristige Veränderung des herkömmlichen Rollenverständnisses notwendig.
Dadurch wird es Jungen und Männern eher möglich, sich jemandem anzuvertrauen und fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

 

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