Das Selbstverständnis von Kompass Kirchheim

Unsere Arbeit mit den Menschen, die bei uns Unterstützung erhalten, beruht auf folgenden Prinzipien:

Respekt und Wertschätzung

Menschen, die unsere Beratungsstelle aufsuchen, haben schwerwiegende und schmerzliche Erfahrungen gemacht. Wir begegnen ihnen mit Respekt und Wertschätzung und bieten ein verlässliches, vertrauensvolles Beziehungsangebot in einer geschützten Atmosphäre.

Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit

Wir respektieren jeden Menschen, der unsere Beratungsstelle aufsucht, in seinem Wunsch nach Selbstbestimmung. Neben der Begleitung und Beratung ist es unser Ziel, die Ratsuchenden in ihrer Eigenverantwortlichkeit und Handlungsfähigkeit zu stärken. Wir orientieren uns dabei an ihren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten, was die Inhalte, die Dauer und die Intensität der Unterstützung betrifft.

Ganzheitlichkeit

Wir beschränken uns in unserer Arbeit nicht ausschließlich auf das Thema »Sexualisierte Gewalt«. Biografische Erfahrungen, bestehende Lebensbedingungen sowie vorhandene Interessen und Fähigkeiten der Ratsuchenden sind ebenso bedeutsam und fließen in den therapeutischen Prozess mit ein.

Ressourcenorientierung

Menschen verfügen über Fähigkeiten, Stärken und Bewältigungsmechanismen, die ihnen helfen, schwierige Lebensabschnitte durchzustehen.
In der Therapie werden die vorhandenen Ressourcen bewusst gemacht, aktiviert und weiterentwickelt.
Mechanismen und Verhaltensmuster, die in früheren, schwierigen Lebenssituationen hilfreich waren, werden dahingehend untersucht, ob sie für die Betroffenen in ihrer aktuellen Lage noch sinnvoll und nützlich sind oder ob sie verändert werden sollten.

Vertraulichkeit

Das Team der Beratungsstelle ist an die Schweigepflicht gebunden. Ein Austausch mit anderen Institutionen oder eine Weitergabe von Informationen erfolgt nur mit Einwilligung der Ratsuchenden durch eine so genannte Schweigepflichtentbindung.

Transparenz

Für eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen Therapeutinnen / Therapeuten und Ratsuchenden sind Offenheit und Klarheit im therapeutischen Prozess bedeutsam. Alle notwendigen Maßnahmen werden daher gemeinsam besprochen.

Parteilichkeit

Von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen sehen sich häufig mit Misstrauen, Zweifeln, Schuldzuweisungen oder unangemessenen Anforderungen konfrontiert.
Vor diesem Hintergrund halten wir es für besonders wichtig, den Betroffenen zu glauben und sie in ihrem Erleben ernst zu nehmen.
Wir möchten Betroffene ermutigen und unterstützen, abseits gesellschaftlicher Erwartungen, ihren individuellen Weg im Umgang mit sexualisierten Gewalterfahrungen zu finden.

Gesellschaftliche Entwicklungen, die sexualisierte Gewalt begünstigen, werden analysiert und von uns entschieden benannt.
In diesem Sinne verstehen wir Parteilichkeit als Aufklärungsarbeit und Zeichen von Solidarität mit den Betroffenen.

Professionalität

Fortbildung, externe Supervision sowie regelmäßige interne Fallbesprechungen sind die Grundlage für den aktuellen wissenschaftlichen Standard unserer Arbeit.
Die Kooperation mit niedergelassenen Therapeutinnen / Therapeuten, Fachdiensten, Ärztinnen - Ärzten, Kliniken, Sozialen Diensten sowie anderen Institutionen gewährleistet die angemessene Versorgung unserer Klientinnen und Klienten.